BZ 05.09.15

BZ-INTERVIEW: Walter Hügle ist Chef der Heimbacher Feuerwehr – die wird jetzt 75

TENINGEN-HEIMBACH. Am Wochenende 12./13. September feiert die Abteilung Heimbach der Freiwilligen Feuerwehr Teningen ihr 75 jähriges Bestehen mit einem Fest. Seit 24 Jahren ist Walter Hügle Abteilungskommandant der Heimbacher Wehr. Unser Mitarbeiter Aribert Rüssel sprach mit dem 53-Jährigen.

BZ: Seit wann sind Sie bei der Feuerwehr und warum?

Hügle: Ich bin seit 1978 in der Feuerwehr. Mich faszinierten vor allem die Technik bei der Feuerwehr – und die Möglichkeit, anderen helfen zu können.

BZ: Seit wann sind Sie Abteilungskommandant? Und was bedeutet das Ihnen persönlich?

Hügle: Seit 1991 bin ich Abteilungskommandant und für mich persönlich bedeutet es nichts Besondereres, als mit meinen Feuerwehrkollegen gemeinsam in 24-stündiger ehrenamtlicher Einsatzbereitschaft bei benötigter Hilfe direkt vor Ort zu sein. Bei der Feuerwehr kommt es auf jeden Einzelnen an, da bin ich auch nur ein Rad im Getriebe – denn eine Feuerwehr funktioniert nur als Gruppe. Feuerwehrmann zu sein hat mir immer viel bedeutet. Für mich ist es einfach ein gutes Gefühl, Menschen in Not helfen zu können. Das ist die Grundvoraussetzung, die man mitbringen muss, zumal Feuerwehr meistens auch bedeutet: Einmal Feuerwehr, immer Feuerwehr. Das bestätigt sich auch darin, dass die meisten von der Jugendfeuerwehr bis zu den Alterskameraden bei der Feuerwehr bleiben. Die vielen gemeinsamen Stunden bei Einsätzen, Übungen oder in geselliger Runde verbinden nicht nur, man möchte sie auch keinesfalls missen.

BZ: Was waren die spektakulärsten oder auch gefährlichsten Einsätze?

Hügle: Natürlich gibt es hin und wieder spektakuläre Einsätze. Feuerwehreinsätze sind oftmals mit Gefahren verbunden. Deshalb gilt es bei jedem Einsatz, die Gefahren so weit wie möglich zu reduzieren. Dabei helfen uns unsere gute Ausbildung und Ausrüstung, aber eben auch ein ausgeprägter Teamgeist – man muss sich aufeinander verlassen können. Gott sei Dank kommt es eher selten zu besonders spektakuläre Einsätzen. In der Regel sind es vielmehr die zahlreichen kleineren, mitunter auch die größeren Einsätze, die, manchmal relativ unbemerkt, die Feuerwehrarbeit ausmachen. Es spielt auch keine Rolle, ob ein Einsatz spektakulär ist oder nicht. Jeder davon bedeutet für denjenigen, der uns alarmiert hat, eine große Hilfe, auch wenn der Einsatz noch so klein ist. Vergessen sollte man auch nicht die vielen Stunden, bei der die Feuerwehr Veranstaltungen unterstützt oder sich indirekt oder direkt am Ortsgeschehen beteiligt.

BZ: Warum gibt es nach 75 Jahren eigentlich noch immer eine Ortswehr – und was genau zeichnet die Heimbacher Abteilung denn aus?

Hügle: Wir in Heimbach sind froh, dass die Gemeinde Teningen den Nutzen einer Ortswehr nicht nur sieht, sondern auch in allen Belangen unterstützt. Wir haben nicht nur eine lange Tradition, sondern sind mit unseren speziellen Ortskenntnissen in kürzester Zeit vor Ort und können unmittelbar mit den Erstmaßnahmen beginnen, bis die Kollegen aus Köndringer oder der Gesamtwehr zur Unterstützung eintreffen. Wenn man weiß, das sich ein Brand flächenmäßig jede Minute verdoppeln kann, zählt jede Minute. Eigentlich unterscheidet sich die Heimbacher Wehr nicht besonders von den anderen Wehren. Was mir hier gut gefällt, ist die gute Zusammenarbeit mit meiner Mannschaft, mit den anderen Ortswehren und der Gesamtwehr – und das über alle Altersgrenzen hinweg. Aber diese Merkmale finden sich im Allgemeinen bei jeder Wehr, denn nur gemeinsam sind wir stark und darum wollen wir auch gemeinsam unser 75-jähriges Jubiläum mit der Bevölkerung feiern.

Walter Hügle ist 53 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist seit 1978 Mitglied der Heimbacher Wehr. Termin: Samstag, 12. September, und Sonntag, 13. September. Die BZ berichtet noch ausführlich über das Festprogramm.

Quelle:Badische Zeitung